Rat stimmt gegen Schallschutzmauer

Rhein-Zeitung, 10.03.2009
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Kobern-Gondorf: Beschluss zu Tatzelwurmweg

 

KOBERN-GONDORF

Eine Schallschutzmauer quer durch den Ort? Die wird es in Kobern-Gondorf nicht geben. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Anders als in anderen Ortschaften entlang der Mosel will man ohne die zwei bis drei Meter hohe Mauer entlang der Bahntrasse auskommen. So lautet die Entscheidung, die mit einer Gegenstimme getroffen wurde.

 

Anders als in Hatzenport, wo sich jüngst die Anlieger der Bahnstrecke für die Mauer ausgesprochen haben, will man in Kobern-Gondorf auf den passiven Lärmschutz setzen. So sollen einzelne Häuser mit einer Dreifachverglasung ausgestattet und auf diese Weise besser vor dem Lärm der Züge geschützt werden. „Wir wollen uns den Ausblick nicht verbauen“, kommentierte Ortsbürgermeister Werner Wolff (CDU) den Beschluss.

 

Schöne Ausblicke soll auch der Tatzelwurmweg garantieren, wenn er denn eines Tages durch die Gegend um Kobern-Gondorf führt. Mehr als 145 000 Euro wird es kosten, den Themenweg zu errichten. Ein Großteil der Kosten soll aus Förderprogrammen der Europäischen Union, des Landes und der kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein bezahlt werden. Doch genau da liegt das Problem: Denn Geld bei den verschiedenen Stellen anzufordern, ist ein komplizierter Vorgang, der sich nun schon einige Zeit hinzieht. „Es ist ein Trauerspiel“, sagte Bürgermeister Wolff. Jetzt allerdings ist das Papier komplett. Danach übernimmt die Gemeinde rund 32 000 Euro der Gesamtkosten.

 

Wolffs Ratskollegen von der Wählervereinigung „Für Kobern-Gondorf-Dreckenach“ forderten von den Behörden klare Aussagen darüber, wann die Bauarbeiten für den Weg beginnen können: „Es kann doch nicht sein, dass wir hier hängen, und nichts geht voran“, betonte Fraktionssprecher Michael Dötsch. (mg)